Kiefer



Die Kiefern oder Föhren (Pinus) bilden eine Gattung von Nadelholzgewächsen (Pinophyta) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Das Wort Föhre ist in fast allen germanischen Sprachen vorhanden, z. B. engl. fir. Kiefer ist vermutlich durch Zusammenziehung von Kienföhre entstanden und ist erst ab dem 16. Jahrhundert belegt.


Beschreibung


Die meisten Kiefernarten wachsen als Bäume, einige auch als Sträucher. Kiefern sind immergrün; ihre Nadeln sind im Vergleich mit anderen Nadelbaumgattungen besonders lang. Sie stehen je nach Art zu zweit, zu dritt oder zu fünft an einem Kurztrieb, während sonst (Fichte, Tanne) die Nadeln einzeln aus den Zweigen wachsen (siehe Bild). Kiefern erreichen eine Wuchshöhe bis etwa 40 m und können bis 300 Jahre alt werden. Blütezeit ist von April bis Mai.


Verbreitung und Nutzung


Kiefern sind vor allem auf der Nordhalbkugel heimisch. Die Verbreitungsschwerpunkte sind kühl-feuchte Klimabereiche. Es werden aber von vielen Arten auch subtropische und tropische Bereiche besiedelt. Angebaut werden Kiefern inzwischen weltweit - außer in der Antarktis. Insbesondere in Korea und Japan kommt der Kiefer eine besondere symbolische Bedeutungskraft zu: Sie werden dort als Symbole für Stärke, Langlebigkeit und beständige Geduld angesehen. Kiefern sind daher in diesen Ländern besonders oft in mühevoll ausgestalteter Form bei Tempel-und Gartenanlagen zu finden.

Kiefern sind weltweit die wichtigsten Baumarten der Forstwirtschaft. Meist anspruchslos und gutwüchsig, werden sie oft an Stelle der einheimischen Baumarten für die effektive Wiederaufforstung nach Waldzerstörungen und Rodungen verwendet. In den Tropen und Subtropen werden Kiefern in Holzplantagen angebaut. Auch im Mittelmeergebiet und in Japan finden sich große Flächen mit Kiefernbestand. In Mitteleuropa wurden große Waldflächen weit über ihr natürliches Vorkommen mit der Waldkiefer in Monokultur aufgeforstet. Diese Reinbestände sind zwar einfach zu begründen und zu ernten, sind aber viel anfälliger für Waldbrände und Insektenbefall als naturnähere Mischwälder; mittelfristig führen sie deshalb zur Auslaugung und Versauerung der Böden.

Das Holz der Kiefern ist meist leicht und harzreich. Sein Duft ist sehr aromatisch. Es kann als Bauholz, zum Innenausbau, als Möbelholz und zur Papierherstellung genutzt werden. Auch sogenanntes Keloholz, abgestorbenes, natürlich getrocknetes Kiefernholz, kann dazu verwendet werden.

Kiefern werden zur Harz- und Pechgewinnung genutzt. Die Samen einzelner Kiefernarten sind so groß, dass sie als Nahrungsmittel verwendet werden (Pinienkerne). Die Kiefer hat in manchen Fällen grünes Holz.


Systematik


Die Gattung Kiefern (Pinus) wird in drei Untergattungen unterteilt:

    * Ducampopinus: Die Vertreter dieser Untergattung werden häufig auch in die Untergattung Strobus eingeordnet. Mit meist 1, 2, 3, 4 bis 5 Nadeln pro Kurztrieb und 1 Leitbündel im Zentralstrang; Zapfenschuppen mit dorsalem Umbo (aus lat. umbo „Schild, Schildbuckel, Ellenbogen“: Fortsatz an den Zapfenschuppen).
    * Strobus: Mit meist 5 Nadeln pro Kurztrieb und nur 1 Leitbündel im Zentralstrang; Zapfenschuppen mit terminalem Umbo.
    * Pinus: Mit meist 2, 3 bis 5 Nadeln pro Kurztrieb und 2 Leitbündeln im Zentralstrang; Zapfenschuppen mit dorsalem Umbo.

Die Untergattungen selbst werden teilweise nochmals in Sektionen und Untersektionen aufgeteilt.

Man unterscheidet zirka 115 Arten in der Gattung Pinus (Auswahl):

    * Untergattung Ducampopinus
          o Grannen-Kiefer (Pinus aristata)
          o Fuchsschwanz-Kiefer (Pinus balfouriana)
          o Bunges Kiefer (Pinus bungeana)
          o Pinus cembroides
          o Pinus edulis
          o Pinus krempfii
          o Langlebige Kiefer oder Langlebige Grannen-Kiefer (Pinus longaeva), wurde früher als eine Varietät der Grannen-Kiefer P. aristata angesehen.
          o Einblättrige Kiefer (Pinus monophylla)
    * Untergattung Strobus
          o Armands Kiefer (Pinus armandii)
          o Mexikanische Weymouths-Kiefer (Pinus ayacahuite)
          o Zirbel-Kiefer, Zirbe, Arve (Pinus cembra)
          o Sibirische Zirbel-Kiefer (Pinus sibirica)
          o Nevada-Zirbel-Kiefer (Pinus flexilis)
          o Korea-Kiefer (Pinus koraiensis)
          o Zucker-Kiefer (Pinus lambertiana)
          o Westliche Weymouths-Kiefer (Pinus monticola)
          o Pinus morrisonicola
          o Mädchen-Kiefer (Pinus parviflora)
          o Mazedonische Kiefer, Rumelische Kiefer, Balkan-Kiefer (Pinus peuce)
          o Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
          o Pinus strobiformis
          o Weymouths-Kiefer (Pinus strobus)
          o Tränen-Kiefer, Himalaya-Kiefer (Pinus wallichiana)
    * Untergattung Pinus
          o Sand-Kiefer (Pinus clausa)
          o Küsten-Kiefer (Pinus contorta)
                + Dreh-Kiefer (Pinus contorta subsp. latifolia)
          o Coulter-Kiefer (Pinus coulteri)
          o Japanische Rotkiefer (Pinus densiflora)
          o Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis)
          o Jeffreys Kiefer (Pinus jeffreyi)
          o See-Kiefer (Pinus pinaster), auch Stern-Kiefer genannt.
          o Schlangenhaut-Kiefer, Panzer-Kiefer (Pinus heldreichii)
          o Berg-Kiefer (Pinus mugo); Latsche, Legföhre (P. mugo subsp. mugo) und Spirke, Aufrechte Berg-Föhre (P. mugo subsp. uncinata)
          o Schwarz-Kiefer (Pinus nigra)
          o Sumpf-Kiefer (Pinus palustris)
          o Pinie, Italienische Stein-Kiefer (Pinus pinea)
          o Gelb-Kiefer (Pinus ponderosa)
          o Torrey-Kiefer (Pinus torreyana)
          o Monterey-Kiefer (Pinus radiata)
          o Amerikanische Rot-Kiefer (Pinus resinosa)
          o Pech-Kiefer, Steife Kiefer (Pinus rigida)
          o Nuss-Kiefer (Pinus sabineana)
          o Wald-Kiefer, Gemeine Kiefer, Föhre (Pinus sylvestris)
          o Chinesische Kiefer (Pinus tabuliformis)
          o Weihrauch-Kiefer (Pinus taeda)
          o Japanische Schwarzkiefer (Pinus thunbergii)
          o Virginia-Kiefer (Pinus virginiana)



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